Neues Gesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen
16. Februar 2026
Vermittlungsplattformen sind für die Gastronomie und Hotellerie wichtige Vertriebskanäle und haben Einfluss auf Sichtbarkeit, Nachfrage und Preisbildung. Ihre Ranking-, Bewertungs- und Empfehlungsmechanismen steuern das Buchungsverhalten der Gäste und können erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf einzelne Betriebe haben. Gleichzeitig bestehen für Gastgewerbebetriebe nur begrenzte Ausweichmöglichkeiten, was zu strukturellen Abhängigkeiten führt. Bei Vermittlungsplattformen bestehen vergleichbare Risiken wie bei grossen Kommunikationsplattformen.
Ein Miteinbezug von Vermittlungsplattformen in das Gesetz ist deshalb zwingend, um faire, nachvollziehbare und verantwortungsvolle Rahmenbedingungen im digitalen Vertrieb sicherzustellen. Nur so werden etwa Online-Bewertungsportale (z. B. TripAdvisor, Google Reviews) und Buchungsplattformen (z. B. Booking, Expedia) als für den Tourismus essenzielle Gatekeeper von Anfang an erfasst. Einheitliche, faire Regeln für alle grossen digitalen Plattformen sichern Marktzugang und Wettbewerb gerade für KMU. Es geht um minimale Transparenz- und Verfahrenspflichten für grosse, marktprägende Plattformen und nicht um eine allgemeine Regulierung von Marktplätzen oder der Betriebe.
GastroSuisse fordert darüber hinaus klare Regeln für Online-Bewertungen. Sie verbessern die Qualität und Vertrauenswürdigkeit von Online-Reviews deutlich. Gefälschte Bewertungen und gezielte Rufschädigungen lassen sich so effektiver bekämpfen, was einen angemessenen Schutz der Betriebe gewährleistet, ohne die Meinungsfreiheit sachlich begründeter Kritik einzuschränken. Vergleichbare Ansätze im Ausland (z.B. in Italien und Deutschland) haben gezeigt, dass diese Massnahmen praktikabel und wirksam sind. Sämtliche vorgeschlagenen Pflichten richten sich ausschliesslich an Plattformanbieter. Für Gastgewerbebetriebe dürfen daraus weder direkte noch indirekte zusätzliche Regulierungs-, Dokumentations- oder Mitwirkungspflichten entstehen.