Konjunktur/KOF

Pulsmesser der Gastronomie und Hotellerie

Die „Konjunkturumfrage Gastgewerbe“ wird seit über zehn Jahren in Zusammenarbeit mit der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich durchgeführt und dient als wichtiger Pulsmesser der Branche. Die Umfrage erfolgt alle drei Monate mit über 300 Betrieben in der ganzen Schweiz. Sie liefert wichtige Daten zu Kennzahlen wie Umsatz, Absatz, Nachfrage oder Beschäftigung und unterscheidet zwischen den Tourismuszonen „Berggebiete“, „Grosse Städte“, „Seezonen“ und „übrige Gebiete“. Diese Daten werden mit dem Vorjahresquartal verglichen, um die saisonbereinigte wirtschaftliche Entwicklung im Gastgewerbe aufzuzeigen. Zusätzlich werden Erwartungen in Bezug auf die zukünftige Geschäftslage erhoben, was eine Prognose für die Betriebe aufgegliedert nach Tourismusgebieten ermöglicht.

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Entwicklung des Umsatzes

Rückblick auf das dritte Quartal 2022 (provisorische Daten)

Gastgewerbe

Der Aufwärtstrend im Gastgewerbe wird im 3. Quartal leicht gebremst. Während im Vorquartal noch jeder zweite Betrieb von einer Verbesserung der Geschäftslage gegenüber dem Vorjahresquartal berichtete, sind es im 3. Quartal weniger als zwei Fünftel (37,9 % der Betriebe). Diese Entwicklung überrascht nicht, zumal im Gastgewerbe bis Ende Mai 2021 behördlich angeordnete Schliessungen galten. Dennoch sind Umsatz (+21,0 %) und Absatz (+54,7 %) auch im 3. Quartal deutlich höher als im Vorjahresquartal.

Gastronomie

Die Gastronomie erfreut sich auch in diesem Quartal ungebrochener Nachfrage. Fast die Hälfte der Betriebe (47,8 %) verzeichnet eine höhere Nachfrage als im Vorquartal, und der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 12,9 %. Nach wie vor mangelt es an ausreichendem Personal, und die unbesetzten Stellen schränken die Betriebe in ihrer Tätigkeit erheblich ein (52,8 % der Betriebe).

Hotellerie

Die Hotellerie kann im Oktober auf einen weiteren Anstieg der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahresquartal (51,5 %) zurückblicken, der allerdings weniger stark ausfällt als in den Vorquartalen. Insbesondere ausländische Gäste finden ungebrochen Gefallen an der Schweizer Hotellerie (mehr Logiernächte als im Vorjahresquartal: 70,9 % der Betriebe), während die Zahl der Übernachtungen inländischer Gäste gegenüber dem Vorjahresquartal rückläufig ist (45,0 % der Betriebe). Der durchschnittliche Belegungsgrad bei verfügbaren Zimmern bleibt mit 60,5 % unverändert hoch (im 2. Quartal: 60,2 %).

Tourismuszonen

Was die Tourismuszonen betrifft, verzeichnen vor allem die Betriebe in den grossen Städten eine höhere Nachfrage (80,0 % der Betriebe). Dies spiegelt den Umstand wider, dass die Stadthotellerie besonders stark unter der Pandemie litt und mehr Zeit für die Erholung benötigt. Die Betriebe in den Bergregionen lockten in den Sommermonaten weniger Gäste in die Berge und erzielten nur noch 8,5 % mehr Umsatz als im Vorjahresquartal. Die Nachfrage der Betriebe in den Seeregionen brach im Berichtsquartal bei gut einem Viertel ein (23,7 % der Betriebe), dennoch beurteilt die Mehrheit die Geschäftslage im Oktober als «befriedigend» (67,2 % der Betriebe).

Ausblick auf das vierte Quartal 2022 und erste Quartal 2023

Als Reaktion auf die steigenden Waren-, Energie- und Personalkosten sehen sich deutlich mehr als die Hälfte der Gastronomie-Betriebe (63,8 %) gezwungen, im Folgequartal höhere Verkaufspreise zu verlangen. Die Zimmerpreise werden voraussichtlich in fast jedem zweiten Hotel-Betrieb (47,0 %) erhöht. Für das nächste Jahr erwarten die Gastgeber/innen einen Lohnanstieg von 4,1 % (Veränderung der durchschnittlichen Bruttolöhne der Beschäftigten). Von den Betrieben, die Prognosen wagen, erwarten lediglich 35,4 % eine Verbesserung der Geschäftslage für die nächsten sechs Monate.