Konjunktur/KOF

Pulsmesser der Gastronomie und Hotellerie

Die „Konjunkturumfrage Gastgewerbe“ wird seit über zehn Jahren in Zusammenarbeit mit der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich durchgeführt und dient als wichtiger Pulsmesser der Branche. Die Umfrage erfolgt alle drei Monate mit über 300 Betrieben in der ganzen Schweiz. Sie liefert wichtige Daten zu Kennzahlen wie Umsatz, Absatz, Nachfrage oder Beschäftigung und unterscheidet zwischen den Tourismuszonen „Berggebiete“, „Grosse Städte“, „Seezonen“ und „übrige Gebiete“. Diese Daten werden mit dem Vorjahresquartal verglichen, um die saisonbereinigte wirtschaftliche Entwicklung im Gastgewerbe aufzuzeigen. Zusätzlich werden Erwartungen in Bezug auf die zukünftige Geschäftslage erhoben, was eine Prognose für die Betriebe aufgegliedert nach Tourismusgebieten ermöglicht.

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Rückblick auf das erste Quartal 2022 (provisorische Daten)

Gastgewerbe

Das Gastgewerbe kann wieder etwas aufatmen. Im April 2022 hat sich die Geschäftslage verbessert. Etwas mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer (52,1 %) beurteilt die Geschäftslage für das erste Quartal als befriedigend. Wenig überraschend stieg der Absatz bei den meisten Befragten (72,8 % der Betriebe) im Vergleich zum 1. Quartal 2021 (Branchen-Shutdown). Der Umsatz im Gastgewerbe verzeichnete ein Wachstum von 78,0 %. Weiterhin grosse Sorgen bereitet der Personalmangel. Drei von zehn Betrieben (30,4 %) konnten den Personalbestand seit Jahresbeginn aufstocken. Trotzdem musste im April 2022 noch immer mehr als jeder vierte Betrieb (26,2 %) mit zu wenig Personal wirtschaften.

Gastronomie

In der Gastronomie ist die Nachfrage seit Jahresbeginn bei fast drei Fünftel der Betriebe (58,9 %) gestiegen. Dies spiegelt sich teilweise im Umsatzwachstum wider (90,9 %). Da sich das Wachstum auf das Vorjahresquartal bezieht, wo die Gastronomie weitgehend geschlossen blieb, ist die Zahl nur bedingt aussagekräftig. Als Haupthemmnis galten im 1. Quartal 2022 erneut die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu Covid-19 (63,1 %) und damit verbunden die ungenügende Nachfrage (44,2 %). Dennoch wird die Geschäftslage in der Gastronomie erstmals seit Ausbruch der Pandemie wieder von weniger als einem Drittel der Umfrageteilnehmer (28,8 %) als schlecht beurteilt. Für die kommenden sechs Monate erwartet beinahe die Hälfte (48,0 %) eine weitere Verbesserung. 

Hotellerie

Auch in der Hotellerie ist eine Erholung spürbar. Mehr als drei Viertel der Betriebe (78,4 %) melden für das 1. Quartal 2022 einen Anstieg der Logiernächtezahlen und ein Umsatzwachstum von 53,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Zunahme der Anzahl Logiernächte ist sowohl bei inländischen (65,6 % der Betriebe) als auch bei den ausländischen Gästen (71,8 % der Betriebe) spürbar. Nicht zuletzt wirkt sich das Umsatzwachstum auf die Geschäftslage aus. Etwa drei Viertel der Betriebe beurteilen die Geschäftslage im April 2022 als befriedigend (46,5 %) oder gut (29,6 %). 

Tourismuszonen

In allen drei Tourismuszonen hat sich die Geschäftslage seit Jahresbeginn verbessert (Bergregionen: 71,5 % der Betriebe, Grossstädte: 73,9 % der Betriebe, Seeregionen: 52,2 % der Betriebe). Für die Hälfte der Betriebe in den Seeregionen hat sich die Lage jedoch nicht verändert (31,8 %) oder sogar verschlechtert (18,5 %). Nur jeder dritte Betrieb in den Seeregionen (36,5 %) erwartet eine Verbesserung der Situation im nächsten Halbjahr. 

Ausblick auf das erste und zweite Quartal 2022

Für die ersten drei Monate des Jahres 2022 erwartete rund ein Viertel der gastgewerblichen Unternehmen (26,5 %) eine steigende Nachfrage – mehr als 30 % (30,4 %) rechneten mit einem Rückgang. Zuversicht und Unsicherheit halten sich auch in Bezug auf die Geschäftslage die Waage. Für die erste Jahreshälfte prognostizierten 38,9 % der Betriebe eine Verbesserung der Geschäftslage, wobei fast genauso viele keine Veränderung (35,7 %) und 28,0 % gar eine Verschlechterung befürchteten.